Ulrich von Hutten

June 24, 2018

 

geb. 21.03.1488 auf Burg Steckelberg, gest. Ende August 1523 auf der Insel Ufenau, Zürich ist ein gnostischer Heiliger in der gnostischen Messe, Liber XV, dem zentralen Ritual des O.T.O.

 

Seine Zeit war gerade im deutschsprachigen Raum sehr stürmisch und umwälzend. Ullrich von Hutten, Ritter, Humanist und studierter Dichter war ein Zeitgenosse Luthers. Seine Geschichte mutet einer antiken Heldensage an. Schon im Knabenalter von 11 Jahren, durch die Eltern in das Kloster geschickt, konnte er sich einfach nicht mit der lebensverneinenden Moral der katholischen Kirche anfreunden. Trotz alledem verhalfen ihn die hierbei erworbenen Lateinkenntnisse zu seinen ersten Schritten auf seinem Weg zu einer literarischen Berühmtheit. Wohl allzu arg gegen die Wand seiner Natur gedrängt, löste er diese schliesslich auf, indem er den Klostermauern im Alter von 17 Jahren flüchtend entkam. Diese Radikallösung von einer ihm scheinbar zugedachten Fügung brachte ihm zuerst heitere Studienjahre und dann einen sich stetig steigernden Unfrieden mit den Zeichen seiner Zeit ein.

 

Seine Geschichte stellt ein wundervolles Bildniss des Erwachens eines Menschens dar, welcher das Leid und den Unsinn seiner existierenden Zeit erkennt und diese dann, koste es was wolle verändern will. Als der erste sogenannte Reichsritter lebte von Hutten, der aufgrund seines Geburtsrechtes und einem kriegerischen Dickschädel sich selbst in eine gefahren- und leidvollen Reise versetzte, eine rauhe Urform des Ritters, die nur einen Weg haben konnte: Den des Willens.

 

Tatsächlich scheinen die Phänome, welche nach Veränderung schreiend immer wieder nur in anderer Farbe und Hülle, ja Form daher zu kommen scheinen, doch wiederholt die gleiche Essenz des Heldens anzusprechen. Möglicherweise ist es dieser Typ von Draufgänger (ähnlich Parsival), der diesbezüglich durchaus auch mit seinem Erwachen sich selbst und die Welt verändert.

 

Von den Bewegungen der Rennaissance ausgehend von Italien und dem Reformisten Martin Luther beeinflusst stellte sich der selbsterklärte Humanist gegen die Diktatur und Ausbeutung der katholischen Kirche, die mit ihren eskapadischen Kulturexszessen besonders das deutsche Volk auszubluten drohte. Seine ausserordentliche Dichtkunst machte sich einflussreiche Freunde und Feinde und sein Handeln dem Ausdruck, dass die Feder stärker sei als das Schwert, alle Ehre. 1509 tauchte von Hutten, nach einem langgezogenen Müssiggang und Weisheitserwerb, von Räubern überfallen und von Syphillis geplagt in Greifswald auf. Die Schulden die er sich bei der Familie Lötze anhäufte, bewirkten schliesslich Pfändung und den Anbeginn eines wahnwitzigen Kriegszug gegen die Ausbeutung. Obwohl er vom Schicksal, von Freunden und Familie immer wieder Angebote und Möglichkeiten erhielt, in gemässigtere Bahnen ein zu lenken, lehnte der stolze Haudegen all dies ab, um seiner inneren Stimme getreu mit Poesie und Schönheit das schnöde Mittelalter aus- und die neue Zeit des Humanismus und der Wissenschaften einzuläuten. Der Untergang des Ritterstandes, und die Machtsammlung bei der Kirche und den Landesfürsten verdeutlicthen und vertieften den Graben zwischen Arm und Reich, wie er heute auch wieder in den Klassenbewegungen unserer Zeit zu finden ist. Der Ritter sorgte, wo immer er auch auftauchte für Unruhe durch sein vehementes, fast rücksichtsloses Streben nach Wahrheit. So sorgte er zum Beispiel in seiner Jurastudienzeit im Jahre 1512 in Bologna für Studentenunruhen und 1517-1519 als Aufwiegler für die Bauernaufstände.

 

Das andre Fieber

 

Da ich das Fieber hätt gemacht,

Von Pfaffen ward ich bald veracht.

Die warfen grossen Zorn auf mich,

Schalten mich ungestümlich,

Ich sprach: Ihr Herren fahrt nun schon.

So übel ist noch nit getan,

Wenn einer liegt am Fieber krank;

Ich meint: um euch verdient ich Dank

Kein Antwort mir da helfen mocht,

Mein Wort man zu vernichten dacht.

Darum mich dünkt der beste Rat,

Dem Fieber geb ich andre Statt.

Ein jeder Pfaff sein Fieber hat,

Des pfleg er nach dem Willen sein.

Oft heutge Freud ist morgen Pein,

also hab ich sie absolvirt.

Ein jeder des wohl inne wird,

Ob jetzt er besser sei geziert.

 

+ Ich habs gewagt +

 

Die Enttäuschung über Kaiser Karl V, der Tod des Franz von Sickingen (Waffenkumpane und Freund) im Pfaffenkrieg 1523 und die Abweisung des Erasmus von Rotterdam (bedeutender Humanist seiner Zeit) in Basel führten schliesslich zum traurigen Ende im Alter von 35 Jahren, Ende August 1923 von Huttens auf der Insel Ufenau.

 

Seine ursprüngliche Grabinschrift, die er sich selbst in Italien gedichtet hat lautete: „Ipse suas coluit per mille pericula Musas,/Et quanti potuit, carminis auctor erat“ und übersetzt sich „Er, von Gefahren umringt, wich nicht vom Dienste der Musem,/Und, so gut er‘s vermocht, sprach er im Liede sich aus“

 

Jetzt findet man am Fusse der Kapelle in Ufenau: „hic eques auratus jacet/Orator que disertus/huttenus vates/carmine etense potens“, was in etwa bedeutet:“Hier ruht der goldene Ritter/geschickter Redner/der Dichter Hutten/im Liede und mit Schwerte mächtig“

 

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