Verinnerlichung heiliger Texte

September 28, 2018

 

Der folgende Text basiert auf einem Vortrag, welcher am 1.September 2018, auf dem Baphomet Rising, einem alljährlichen Treffen der deutschen Sektion des OTO von mir gehalten wurde.

 

Vorgang:

A) Anrufung z.B. anrufendes kleines Pentagramm- und Hexagramm Ritual

B) Betrachtung des heiligen Textes

C) Pranayama  mit Atmung der Wörter durch die Nadis

D) Mantra des entsprechenden Textes

E) Meditation

 

A) Anrufung

 

 

Es kommt natürlich auf den Text an, in welchen man sich gerade vertiefen will. Bei einigen Texten bieten sich beim Pentagramm  Anrufungen oder gar Bannungen eines bestimmten Elements oder beim Hexagramm Anrufungen/Bannungen eines bestimmten Planeten, oder eines Tierkreiszeichens/Hauses an. Auch andere Rituale, wie z.B. die thelemische Variation Liber V vel Reguli  bieten sich an. Allgemein würde ich zwecks Wirksamkeit eher zu einer Anrufung raten.

 

B) Betrachtung

Crowley schrieb besonders in Buch 4, Liber ABA einiges über Pranayama. Besonders prägnant zusammengefasste Informationen finden sich in Liber E vel Exercitiorum sub figura IX.

Um möglichst neutral zu bleiben und auch aufgrund der Nähe wählte ich als heiliges Buch das Liber Al vel Legis aus, und derarts einfach den Satz des 1.September des Abraxas Kalenders, der da war: “Ich bin Nuit und mein Wort ist sechs und fünfzig“.
Ich betrachte diesen Text einfach, wie ich jeden heiligen Text lese.

 

C) Pranayama

Durch Experimente fiel mir auf, dass man mit der Luft, die durch die Nasenhöhle gezogen wird, auch einen Fokus z.B. auf Information legen kann, oder eben den Willen einen Text vertiefend zu verstehen. Was mir von dem Text noch im Gedächtnis erhalten geblieben ist, lasse ich durch meine Atmungsorgane (subjektiv) streichen - im totalen Hier- und Jetzt-Bewusstsein. Die Ergebnisse sind immer wieder von einem erstaunlichen Konzentrationspotential.

 

D) Mantra

Das Mantra spreche ich laut immer leiser werdend, bis ich es schliesslich nur noch denke und dann auch das Denken der Worthülsen loslasse, um in die Meditation überzugehen. Es ist natürlich durchaus möglich auch einfach nur ein Mantra zu benutzen, doch dies würde von dem Thema der Verinnerlichung eines heiligen Textes wegführen.

 

E) Meditation

 

In der Meditation nutze ich eine spezielle Technik, welche ich bei meinen Besuchen im Wat Suan Mokkh, Thailand  erlernte. Diese Technik  ist ihren Wurzeln den Theravāda-Buddhismus sehr nahe, und der Begründer des Klosters, Ajahn Buddhadāsa Bhikkhu  hatte mit seiner Gründung einen Weg der Besinnung auf Ursprünge, weg von allen unnötigen Verzierungen hinter sich .

Da mein Bewusstsein nun sogar dem bewussten Einwirken des Bewusstseins auf meinen Geist entleert ist, beginne ich mit meiner Konzentration auf meine Nasenspitze. Je spitzer der Punkt ist, desto näher ist mein Bewusstsein an seiner inne wohnenden Leerheit. Gegen dieses wehrt sich mein Bewusstsein in seiner Dualität. Der Punkt bringt dies wie gesagt im Fokus auf die Spitze.

Ich atme in meinem Bauchnabel, von der Nasenspitze ausgehend im Ausatmen, während das Zwerchfell drückend den letzten Rest des durch den Bauchraum noch freigegebenen Äther wieder durch alle Atmungsorgane auf dem Weg bis über Ajna auf der Stirn zur Punkt auf der Nasenspitze drängt. Der Trick dabei ist das Bewusstsein durch diese Aufmerksamkeit zu beschäftigen, um es von seiner trägen Natur ihres Dualismus zu lösen und das Tor für die Erkenntnis, (Vision und Tonwelle) zu öffnen. Anzeichen eines ersten Fortschritt im Meistern der Technik ist, der Augenblick, wenn Nasenspitze und Bauchnabel eins im Bewusstsein sind. Wiederholtes Zurückführen auf den Punkt wirkt fördernd.

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